Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
seit genau drei Jahren arbeite ich nun als Ihre Bürgermeisterin mit aller Kraft, um zusammen mit den Gremien der Gemeinde und einer motivierten Verwaltung unser Sulzbach noch attraktiver und lebenswerter zu gestalten. Ich darf feststellen: Vieles ist gelungen, einiges auf den Weg gebracht und bei manchen Themen sind wir noch nicht so vorangekommen, wie ich es mir gewünscht habe.
Eine lebendige Demokratie lebt von der Diskussion über gute Ideen. Und vielleicht dauern manche Entscheidungswege bei uns eben etwas länger als anderswo. Aber in Sulzbach pflegen die Parteien generell ein kritisches, aber faires Miteinander, wie Sie als Bürgerinnen und Bürger bei politischen Entscheidungen jederzeit feststellen können. Störfeuer von Einzelkämpfern können dabei nicht irritieren.
Sparsames Haushalten steht an erster Stelle
Mein oberstes Ziel war und ist, die außerordentlich gute Infrastruktur in unserer Gemeinde zu erhalten und auszubauen. Dazu braucht man Geld. Das steht im Zuge knapper werdender Haushaltsmittel zunehmend schwerer zur Verfügung, zumal sich nach meiner Amtsübernahme herausgestellt hat, dass die Rücklagen nicht so üppig wie versprochen vorhanden waren. Sulzbach hat zurzeit ein Haushaltsdefizit. Das ist in unserer Zeit nichts Besonderes, denn sogar die Nachbarstadt Eschborn
weist trotz stetiger Rekord-Gewerbesteuern ein solches Defizit aus.
Wir gehen deshalb entschlossen an die Haushaltskonsolidierung heran: Wir wirtschaften in allen Bereichen sparsamer und haben nach mehr als 40 Jahren (!) vorsichtig die Grundsteuer B erhöht. Die Gewerbesteuer wurde - nach einer zwischenzeitlichen Reduzierung vor meinem Amtsantritt - wieder auf einen Steuersatz angehoben, wie er uns im Rahmen des Kommunalen Finanzausgleiches unterstellt wird, dennoch liegen wir immer noch weit unter dem Durchschnittsniveau im Kreis und in Hessen sowieso.
Millionen Euro für die Infrastruktur
Wir brauchen das Geld, um unsere Einrichtungen zu unterhalten, für Kindergärten, Eichwaldhalle, Bürgerzentrum, Sportanlagen, Straßen und Wege, um nur einiges zu nennen. Wir brauchen das Geld, damit Sulzbach lebenswert bleibt. Für unverzichtbar ist für mich auch der besondere Aufwand, den wir für unsere Freiwillige Feuerwehr leisten. Und genau so selbstverständlich wollen wir die vielen freiwilligen Leistungen der Gemeinde wie zum Beispiel die Vereinsförderung beibehalten.
Gleichzeitig beschränken wir uns bei Neuinvestitionen auf das absolut Notwendige, wie zum Beispiel die Kita Rübenacker.
In den drei Jahren meiner ersten Amtszeit ist einiges umgesetzt worden:
- Nach Sanierung und Ausbau des Herrenhauses im Frankfurter Hof konnte das Großprojekt vollendet werden, das 1993 mit Kuhstall und Torhaus und 2003 mit dem Bürgerzentrum und Büchereigebäude begonnen worden war.
- Der neue Hort „Kinder-Reich" entstand an der Cretzschmarschule.
- 2012 wurde mit der Einweihung der Wurfanlage die Sanierung der Sportanlagen am Eichwald abgeschlossen. Zuvor haben wir 2011 den Vereinen einen neue und 2012 einen sanierten Kunstrasenplatz mit erneuerter Laufbahn übergeben.
- Im Mai 2012 erfolgte die Grundsteinlegung für die Erweiterung des Feuerwehrhauses, die Einweihung steht kurz bevor. Jetzt steht noch der Bau einer Unterbringung für das DRK auf dem Gelände an, so dass unsere Gemeinde dann über eine hervorragende Infrastruktur für unsere ehrenamtlichen Helfer verfügt.
Kleinere und größere Investitionen
Wir haben den von den Eltern erwünschten Weg von der Kita Waldnest zur Eichwaldhalle verwirklicht und den beleuchteten
Fußweg vom MTZ zum Dorint Hotel. Die Bürger-Sonnenkraftwerke auf dem Rathausdach und auf der Kita Waldnest sind praktizier-ter Umweltschutz, eine weitere Bürgersolaranlage auf dem Dach der Feuerwehr wird demnächst in Betrieb gehen. Wir erhielten 2012 für unsere Leistungen den 1. Platz im Main-Taunus-Kreis in der Solarbundesliga.
Die Radwegebeschilderung oder die Kennzeichnung der Regional-parkroute sowie der Safari-Route zum Opel-Zoo beweisen, dass unsere Gemeinde über ein ideales Naherholungsumfeld verfügt. Der Hochzeitsbaumgarten im Heinrich-Kleber-Park ist jetzt mit 107 Bäumen vollständig bepflanzt. Auf die Pflege unserer Grünanlagen wie auch auf ein gepflegtes Straßenbild lege ich besonderen Wert, weil das wichtig ist, um sich bei uns wohl zu fühlen.
Im Rathaus wurde wieder ein richtiger Empfang eingerichtet und der Bürger-Informations-Service hat neue Räume bekommen.
Das Main-Taunus-Zentrum hat sein Angebot auf 171 Geschäfte mit 91.000 Quadratmetern Verkaufsfläche erweitert.
6.400 Traubeneichen und Buchen hat die Taunus-Sparkasse auf einem Sulzbacher Waldstück pflanzen lassen.
Für ein lebendiges und selbstständiges Sulzbach
2011 wurde mit einem Zuschuss der politischen Gemeinde die katholische Kita erweitert. Die private Kita „Glückskinder"
erhielt sogar Zuschüsse vom Main-Taunus-Kreis. Mit rund 70 Prozent Betreuungsstand im U3-Bereich ist Sulzbach führend im Main-Taunus-Kreis. Die Angebote für Senioren sind in unserer Gemeinde auf einem sehr hohen Stand. 2011 kam die ehrenamtliche aufsuchende Seniorenhilfe dazu und wird sehr gut angenommen.
Wir tun sehr viel für junge Familien, denn auch hier stehen wir im Wettbewerb mit dem gesamten Rhein-Main-Gebiet. Wo das Umfeld stimmt, Kindergärten, Schulen und Sportanlagen sind, zieht man gerne hin. Auch Firmen achten auf öffentliche Einrichtungen, wenn sie eine Ansiedlung planen. Und es muss dazu Bauplätze geben und ausreichend bezahlbaren Wohnraum.
Wir brauchen auch junge Familien, um die Selbstständigkeit und damit die Zukunft von Sulzbach zu sichern. Als kleinste Gemeinde im Kreis kommen sonst wieder einmal Politiker auf die Idee, uns nach Soden oder sogar Frankfurt/Main einzugliedern.
Das Gebiet „Südlich der Bahnstraße" sehe ich als unsere Zukunftsfläche an, über die wir mit großer Bürgerbeteiligung entscheiden wollen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in kürzerer Zeit bei dem Gebiet „Sossenheimer Weg" ebenfalls entscheidende Fortschritte machen.
Sulzbach ist eine besonders lebendige Gemeinde
Ich bin Jahr für Jahr mit hunderten Bürgerinnen und Bürgern im persönlichen Gespräch. Es ist mir eine Herzensangelegenheit, für jedermann persönlich erreichbar zu sein. Dazu habe ich zusätzlich eine offene Sprechstunde eingerichtet. Das Rathaus hat sich 2012 an einem „Tag der offenen Tür" besonders gesprächsbereit gezeigt.
Unser Sulzbacher Dialog wird zur jährlichen Institution, wie dies auch der Gewerbeabend werden soll. Ich weiß sehr wohl, dass unsere Einzelhändler durch das Main-Taunus-Zentrum und die nahe Großstadt in einem ganz besonderen Wettbewerb stehen. Deshalb will ich jede Eigeninitiative nach Kräften fördern.
Sie sehen mich und meinen Mann oft beim Einkaufen und bei Veranstaltungen, die ich nicht nur als Bürgermeisterin besuche, sondern weil wir uns in Sulzbach so außerordentlich wohlfühlen - wie die meisten unserer Bürgerinnen und Bürger auch.
Die Festwoche zum 975-jährigen Bestehen von Sulzbach war 2010 ein Höhepunkt im gesellschaftlichen Leben unserer Gemeinde. Bei uns gibt es viele Ereignisse, die deutlich machen, dass in Sulzbach das Miteinander einen hohen Stellenwert hat. Hier kennt man den Nachbarn noch, hier trifft man sich gerne.
Bei uns pflegt die Bürgerschaft auch lebendige Partnerschaften mit Pont Sainte Maxence, Jablonec und Schönheide, und Jubiläen wurden und werden groß gefeiert (25 Jahre Jablonec, 30 Jahre Pont Sainte Maxence).
Information bleibt immer wichtig
Gut informierte Bürgerinnen und Bürger sind die Basis einer zufriedenen Gemeinde. Ich werde weiter dafür sorgen, dass über die gesetzlichen Auflagen hinaus über das Geschehen in der Gemeinde informiert wird. Dies geschieht durch Pressearbeit und durch Gemeindeinformationen, die bei entsprechendem Anlass an jeden Haushalt ausgegeben werden.
Jeder Haushalt hat Ende 2011 auf meinen Wunsch erstmals die Bürgerbroschüre erhalten, die sonst nur an Neubürger ausgege-ben wurde. Dort steht die Gegenwart. Mit der Vergangenheit hat sich Dr. Hans-Friedrich Glamann verdienstvoll beschäftigt, der im Auftrag der Gemeinde zwei wertvolle Bücher verfasst hat, die ich jedem als Lektüre empfehle. Wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart besser verstehen und bei der Gestaltung der Zukunft wirkungsvoll mithelfen.
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ich habe drei erfolgreiche, anstrengende und aufregende Jahre meiner Amtszeit hinter mir und ein Ereignis hat besonders mich sehr tief getroffen. Im März 2012, wenige Monate nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Gemeindevertretung, ist unser Freund Günter Renneisen gestorben. Er hat mich nach Sulzbach geholt und mir so viel über die Gemeinde vermittelt. Günter Renneisen hat über Jahrzehnte immer an herausgehobener Position das Werden unserer Gemeinde mitgestaltet. Ich persönlich verdanke ihm sehr viel und werde ihn immer in meinem Herzen behalten.
Ich gedenke auch der anderen Verstorbenen aus unserem politischen Kreis mit tief empfundenem Respekt für ihren Einsatz zum Wohl der Gemeinde.
Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,
die Hälfte meiner Amtszeit liegt nun hinter mir. Wir haben noch einiges vor uns, um unsere Gemeinde zukunftssicher zu machen. Ich fühle mich wohl inmitten der Sulzbacher Bürger-schaft, ich arbeite gerne mit meinen Kolleginnen und Kollegen in Gemeindevorstand und Gemeindevertretung zusammen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen mich vorbildlich in meinem Engagement für unser Sulzbach. In diesem Sinne möchte ich auch die nächsten Jahre mit Ihrer aller Unterstützung gerne weiterarbeiten.
Wir sind gemeinsam auf einem guten Weg.Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Renate Wolf
Bürgermeisterin